Das Deutsche Apotheken-Museum liegt im Ottheinrichsbau des Heidelberger Schlosses, und der Eintritt ist im Schlossticket enthalten (11 € für Erwachsene, Stand Oktober 2026). Es zeigt komplett erhaltene Innenausstattungen historischer Apotheken, ein Labor im kuppelüberwölbten Apothekerturm und Arzneimittel von der Antike bis zur Gegenwart. Für den Rundgang reichen 45 bis 60 Minuten, geöffnet ist täglich ab 10 Uhr.
Redaktion schloss-heidelberg-tickets.deStand Oktober 20266 Min. Lesezeit
Das Wichtigste zum Besuch auf einen Blick
| Thema | Info (Stand Oktober 2026) |
|---|---|
| Lage | Untergeschoss des Ottheinrichsbaus und Apothekerturm, Zugang nur über den Schlosshof |
| Eintritt | im Schlossticket enthalten: Erwachsene 11 €, ermäßigt 5,50 € |
| Öffnungszeiten | 1. April bis 5. Januar täglich 10 bis 18 Uhr, 6. Januar bis 31. März 10 bis 17:30 Uhr |
| Letzter Einlass | 20 Minuten vor Schließung |
| Dauer | 45 bis 60 Minuten, Audioguide-Runde rund 30 Minuten |
| Fotos | privat erlaubt, ohne Blitz, Stativ und Selfie-Stick |
| Barrierefreiheit | teilweise, drei Räume nur über steile Treppen |
Ermäßigt zahlen laut Museum Kinder ab 6 Jahren, Schüler, Studierende bis 28 Jahre mit Ausweis und Schwerbehinderte ab 50 %. Das Schlossticket kaufst du an der Bergbahn-Station oder im Besucherzentrum am Schloss. Alle Details zu Preisen und Kauf stehen auf unserer Startseite zu den Schloss-Tickets, die Zeiten für Schlosshof und Fass bei den Öffnungszeiten.
Was du im Apothekenmuseum siehst: die Highlights
Das Apothekenmuseum Heidelberg besitzt eine der bekanntesten pharmaziehistorischen Sammlungen in Deutschland, die pharmaziehistorische Sammlung wächst bis heute weiter. Nach eigenen Angaben besuchen jedes Jahr Hunderttausende das Museum. Der Rundgang führt durch die Geschichte der Pharmazie von den Anfängen über die Frühe Neuzeit und das 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart.
Barocke Apotheke aus Schwarzach
Gleich zu Beginn steht eine prächtige barocke Apothekeneinrichtung aus der ehemaligen Benediktinerabtei Schwarzach in Baden. Sie ist das Herzstück des Einführungsraums. Übersichtstexte erklären hier die Heilkunde von der Antike über die Klosterpharmazie bis zur Apotheke im 21. Jahrhundert, inklusive der Zeit des Nationalsozialismus und der Entwicklung in DDR und Bundesrepublik.
Die Offizin: der Arbeitsplatz des Apothekers
Die Offizin, vom lateinischen „officina“ für Werkstatt, war der Raum, in dem der Apotheker die Arzneien herstellte und abgab. Mehrere original erhaltene Einrichtungen aus dem 18. bis 20. Jahrhundert zeigen, wie sich Schränke, Standgefäße und Geräte im Lauf der Zeit verändert haben. Dazu gehören die Material- und Kräuterkammer als Lager sowie die Schneid- und Stoßkammer, in der Rohstoffe geschnitten und im Mörser zerstoßen wurden. Wer alte Apotheken mag, kann hier die Apothekeneinrichtungen aus verschiedenen Epochen direkt vergleichen.
Das Labor im Apothekerturm
Ein besonderer Raum ist der kuppelüberwölbte Apothekerturm aus dem 16. Jahrhundert, einst Teil der Schlossbefestigung. Hier gibt das Museum Einblicke in einen weiteren Arbeitsbereich des Apothekers: das Laboratorium. Bei Abendführungen dient der Turm auch als Kulisse für Verkostungen.
Die Heilkräfte der Natur: Arzneimittel aus drei Naturreichen
In einem säulengestützten Renaissanceraum mit Vitrinen von 1957 präsentiert das Museum seine Arzneidrogen-Sammlung, gegliedert nach den drei historischen Naturreichen: Mineralreich, Tierreich und Pflanzenreich. Zu sehen sind jahrhundertealte Original-Rohstoffe einer Apotheke des 18. Jahrhunderts. Dazu zählen Arzneipflanzen, die noch heute im Einsatz sind, aber auch Kaffee, Tee und Schokolade, die damals als Arznei galten. Kurios sind vergessene „Wundermittel“ wie Einhorn, Mumia oder der Theriak, ein Allheilmittel aus mehr als 200 Zutaten. Ausgestellt sind auch die passenden Gefäße aus Glas, Holz und Keramik, vor allem aus dem 18. Jahrhundert. Gezeigt wird außerdem, wie Pillen vergoldet, Pflaster gestrichen und Zäpfchen gegossen wurden, und wie ab etwa 1880 die industrielle Herstellung von Arzneimitteln begann. Bezüge zu heutigen Wirkstoffen zeigen, wie viel moderne Medikamente dem alten Wissen über Pflanzen und Rohstoffe verdanken.
Reiseapotheken, Apothekenschilder und Glaube
Weitere Themeninseln runden den Rundgang ab:
- Haus- und Reiseapotheken: von einer kunstvollen Augsburger Reiseapotheke eines Feldherrn aus dem 17. Jahrhundert bis zum Lederetui mit Heftpflaster aus den 1950er-Jahren
- Apothekenwahrzeichen: eines der ältesten erhaltenen Apothekenschilder (Hof-Apotheke Füssen, 1696), Tierfiguren und der Weg zum roten „A“; hier erfährst du auch, warum die Löwen-Apotheke in der Kurpfalz so häufig ist: Der Löwe war hier das dominierende Wappentier
- Glaube und Heilung: Amulette, Votivgaben, Pestheilige und Gemälde mit dem Motiv „Christus bei der Arzneibereitung in einer Apotheke“
Kinderapotheke und Angebote für Familien
Raum 3 ist die Kinderapotheke. Die korallenrote Einrichtung mit Rezepturtisch und Schubladenschrank ist einer alten Offizin nachempfunden, alle Teile sind nachgebaut und dürfen angefasst werden. Kinder öffnen Gefäße mit getrockneten Hagebutten oder Süßholz, schnuppern an Isländisch Moos, lösen Rätsel zu Gift- und Heilpflanzen und wiegen mit einer Spielzeugwaage. Die Kinderapotheke wurde 2024 neu gestaltet, 2026 laufen laut Museum die letzten Feinarbeiten.
Für Gruppen bietet das Museum außerdem:
- Museumsrallye für Kinder von 8 bis 12 Jahren mit Führung und Schnitzeljagd
- Kindergeburtstage wie die „Heil- und Wundermittelkunde für Zauberlehrlinge“ oder „Hexenflug und Zaubertrank“
- Praktische Module wie Pillendrehen und Salbenherstellung
Führungen und Specials am Abend
Neben dem Audioguide gibt es Führungen, die du direkt beim Museum buchst: Übersichtsführungen am Tag und Themenführungen wie „Alchymie“, „Pesthauch und Himmelsduft“ oder „Gepfefferte Heilkunst“. Am Abend öffnet das Museum exklusiv für Gruppen, etwa für eine „medizinische“ Weinprobe in barocken Offizinen oder eine Destillatverkostung im historischen Laboratorium des Apothekerturms. Für blinde und sehbehinderte Gäste gibt es die Erlebnisführung „Mit vier Sinnen“.
Der Apotheken-Garten am Schloss
Seit Juni 2019 gehört ein Apothekengarten zum Museum. Seine Bepflanzung folgt historischen Pflanzenbüchern, vor allem einem Katalog des kurfürstlichen Hofapothekers Philipp Stefan Sprenger, der im späten 16. Jahrhundert den berühmten „Hortus Medicus“ am Schlossberg betrieb. Der Garten liegt im nicht öffentlichen Teil der Schlossanlage und ist nur mit Führung zugänglich, von Anfang Mai bis Ende Oktober. Eine Gartenführung für Gruppen bis 20 Personen kostet tagsüber ab 75 € zuzüglich Schlosseintritt (Stand Oktober 2026). Den frei zugänglichen Schlossgarten stellen wir auf der Seite zum Hortus Palatinus vor.
Geschichte des Museums
Das Deutsche Apotheken-Museum wurde 1937 in München gegründet. 1940 musste es kriegsbedingt schließen, 1943 wurde das Museumsgebäude zerstört. Nach einer Wiedereröffnung in Bamberg 1950 zog das Museum 1957 nach Heidelberg in die Räume des Schlosses. Getragen wird es von der Deutsche Apotheken Museum-Stiftung. Mehr über den Ottheinrichsbau und die übrigen Gebäude erfährst du bei den Innenräumen des Schlosses.
Tipps für deinen Besuch
- Kombinieren: Plane das Museum als Teil deines Schlossbesuchs ein, zusammen mit Großem Fass und Altan. Dafür brauchst du kein zweites Ticket.
- Reihenfolge planen: Das Museum öffnet um 10 Uhr, eine Stunde nach dem Schlosshof. Wer um 9 Uhr startet, sieht zuerst Fass und Altan und geht dann ins Museum.
- Audioguide nutzen: Der Audioguide vor Ort führt in rund 30 Minuten durch die Highlights. Vorab kannst du dich über die Museums-App informieren.
- Wasser ja, Snacks nein: Speisen und Getränke sind im Ausstellungsbereich nicht erlaubt, verschließbare Wasserflaschen schon.
- Tiere bleiben draußen: Ausgenommen sind Blindenführhunde.
Andere Apothekenmuseen in Deutschland
Wer sich nach dem Besuch in Heidelberg weiter für Pharmaziegeschichte interessiert, findet in Deutschland weitere Apothekenmuseen, etwa das Brandenburgische Apothekenmuseum in Cottbus, das Apothekenmuseum Dortmund oder das Apothekenmuseum in der Alten Stadtapotheke „Zum Einhorn“ in Miltenberg. Das Deutsche Apothekenmuseum in Heidelberg ist durch seine Lage im Schloss und die Breite der Sammlung aber ein Sonderfall und für alle, die das Schloss besichtigen, ohnehin sehenswert.
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